2024 – ein doppeltes Jubiläum: 50 Jahre Institut für Erziehungswissenschaft und 200 Jahre Pädagogik an der Universität Münster. Im Jahr 1973 wurde das Pädagogische Seminar in Institut für Erziehungswissenschaft umbenannt, doch die Geschichte der Pädagogik am Hochschulstandort Münster reicht weiter zurück bis ins 18. und 19. Jahrhundert, als die Universität gegründet, zur Akademie herabgestuft und schließlich neu eingerichtet wurde. Aus dieser zweihundertjährigen Geschichte voller Auf-, Ab- und Umbrüche betrachten Bildungshistoriker:innen und Erziehungswissenschaftler:innen in diesem Band ausgewählte Personen, Strukturen und Diskurse aus einer lokalinstitutionellen Perspektive und werfen Licht auf bedeutsame Wegmarken und Entwicklungen. Ausgehend von den umfangreichen Quellen des Universitätsarchivs werden in den Beiträgen unter anderem folgende Fragen diskutiert: Welche Bedeutung schrieb der Universitätsgründer Franz von Fürstenberg der Pädagogik zu, welche Rolle spielte sie am Philologisch-pädagogischen Seminar und in den Fortbildungskursen für Oberlehrerinnen im 19. Jahrhundert? Welche Rolle spielte die Pädagogik/Erziehungswissenschaft an der Universität Münster in der Zeit des Nationalsozialismus und wie gestaltete sich ihr Neubeginn in der Nachkriegszeit? Welchen Einfluss hatte die Lehrkräftebildung, die Integration der Pädagogischen Hochschule und der Richtungs- und Methodenstreit für die Disziplinentwicklung? Welche Wandlungsprozesse durchlief das Institut vor und nach der Bologna-Reform und welche inter- und transdisziplinären Schwerpunkte werden heute am Institut verfolgt?
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Herausgeber
S. 7–10
Jürgen Overhoff
Gründung und Aufbau der Universität Münster zwischen 1773 und 1815 und die Stellung der Pädagogik im ausgehenden 18. Jahrhundert
S. 11–22
Andreas Oberdorf
Pädagogik an der Akademie Münster im 19. Jahrhundert
S. 23–44
Anna Strunk
„Es ist nicht genug zu wollen, man muß auch thun.“ – Die ersten Wissenschaftlichen Fortbildungskurse für Oberlehrerinnen 1899 in Münster
S. 45–60
Hans-Joachim von Olberg
Marginalisiert und angepasst. Erziehungswissenschaft an der Universität Münster während der NS-Zeit
S. 61–98
Ewald Terhart
Neubeginn, Expansion, Integration – Pädagogik und Erziehungswissenschaft in Münster von der Nachkriegszeit bis 1990
S. 99–116
Martin Rothland
Lehrer:innenbildung als Moment erziehungswissenschaftlicher Disziplinentwicklung an der Universität Münster
S. 117–138
Tim Zumhof
Vom pädagogischen Seminar zum Institut für Erziehungswissenschaft. Herwig Blankertz und die Dis-/Kontinuitäten im Richtungs- und Methodenstreit der Erziehungswissenschaft (1969–1983)
S. 139–156
Bernd Zymek
Vor und nach Bologna: Generationswechsel, Strukturwandel und Rationalisierungsprozesse. Das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster, 1993–2010
S. 157–176
Andreas Oberdorf / Patrick Gollub
Das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster, 2010–2024
S. 177–192
Sabine Happ
Das Gedächtnis der Quellen: Archivalien zur Erziehungswissenschaft an der Universität Münster
S. 193–204
Abbildungsverzeichnis
S. 205–206
Autorinnen und Autoren
S. 207–208
Register
S. 209–212